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Bericht von Joseph Balisanyuka über seinen Aufenthalt in Deutschland

Posted by NL (nilsl) on 10.12.2007
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Internationale Zusammenarbeit auf Graswurzel-Niveau


Lernen ist ein fortlaufender Prozess und hört nie auf. Aber in jungen Jahren geht es viel einfacher als später. Mir wurde das noch einmal deutlich während meines letzten Besuches in Deutschland im Sept./Okt. 2007. In dieser Zeit lehrte und lernte ich sehr viel. Die Erfahrung, die ich dabei mit Grundschülern in Gallenweiler und Stadtsteinach machte, erlebte ich als ausgesprochen spannend.

Nachfolgende Prozesse halte ich für besonders erwähnenswert:


Dies erwies sich als Anstoß für Kinder und Erwachsene über die anderen Lebensweisen nachzudenken und zu diskutieren. Auch schätze ich, dass viele der Kinder nie zuvor eine afrikanische Trommel gesehen haben. In Salem Koval habe ich mit Andreas und seiner Tochter Sarah an einem christlichen Chor teilgenommen – das war spannend. Ich habe dort viel getrommelt.

Den Kindern wurden noch viele andere Dinge beigebracht, wie der Bau und das Schiessen von Pfeil und Bogen, das Fegen des Hofes mit einem aus Zweigen hergestellten Besen und ähnliches. All das macht deutlich, dass man bei Kindern vieles anregen kann, besonders im Bereich von Erziehung und Kultur. Internationale Zusammenarbeit sollte also schon auf diesem Graswurzel-Niveau beginnen. Und ganz sicher würden viele dieser Kinder gern Uganda besuchen, um Erfahrungen mit den Kindern dort zu teilen.

Habe ich wohl auch etwas in Deutschland gelernt? Fragt Gertrud, ob es in ganz Gallenweiler einen besseren Salat-Macher oder Kuchenbäcker gibt als mich! Ich habe das in Gertruds Küche beigebracht bekommen und bei Eurem nächsten Besuch in Uganda könnt Ihr Euch von meinen Kochkünsten überzeugen!

Und habt Ihr etwa die Sambusas vergessen, die ich am Afrika-Tag bereitet habe? Fragt mal den Bürgermeister von Heitersheim danach!




Der Flohmarkt, Aldi, C&A und die Flughafenkontrollen


In Deutschland kann man alles, was Qualität hat, billig kaufen, man muss nur wissen, wo. Aber wenn man das dann nach Uganda mitnehmen will, wird es zum Alptraum. Die meisten Fluggesellschaften erlauben max 40 kg Gepäck. Preisgünstige Dinge aber bringen einen in Versuchung, dass man ohne es zu merken bei 70 kg angelangt. Beim Einchecken auf dem Frankfurter Flughafen sieht man sich dann Kontrolleuren gegenüber, die alles wiegen wollen, auch Dein Handgepäck. Das Drama beginnt: Denis war zuerst dran: Er brachte 55 kg auf die Waage inklusive Handgepäck. Ich dagegen hatte nur 47 kg, was akzeptiert wurde. Aber mein Handgepäck wog 14 kg und ich hatte noch zwei weitere Tragetaschen! Nach langem Kampf und Hin und Her und Aussortieren von einigen Dingen ließ man uns schließlich an Bord.
Aber das war´s noch nicht! Die Zöllner in Entebbe sahen unsere großen Taschen und rieben sich schon die Hände. Als sie eine davon untersuchten, merkten sie, dass fast alles vom Flohmarkt stammte und sie ließen uns schließlich ziehen.

Zu Hause war man glücklich, dass wir nach 6 Wochen wohlbehalten zurück waren, aber am meisten schaute man auf unsere großen Taschen! Jeder bekam natürlich etwas und das war entweder von Aldi, von C&A oder vom Flohmarkt.

(Übersetztung von Andreas Runge)

Last changed: 10.12.2007 at 16:07:30

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