Der Verein Tukolere Wamu leistet in Afrika Hilfe zur Selbsthilfe. Bei einem aktuellen Projekt soll einer Schule in Uganda mit neuen Latrinen geholfen werden.
Seit inzwischen 30 Jahren ist der Verein Tukolere Wamu in und für Afrika aktiv, fördert dort Selbsthilfeinitiativen. Derzeit gibt es laut eigenen Angaben laufende Projekte in 15 afrikanischen Ländern. Der Verein selbst hat dabei starke Verbindungen nach Leutkirch, hat im Allgäu 50 Mitglieder, wie Gerlinde Brünz berichtet. Die Leutkircherin ist die zweite Vorsitzende des Vereins, den sie mitgegründet hat.
Eines der aktuellen Projekte des Vereins, ein Schulprojekt, befindet sich in Uganda, in der Region Bukalasi. Dorthin sollen auch, wie bereits im Vorjahr, die diesjährigen Spendengelder gehen, die dem Verein im Rahmen der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ zur Verfügung gestellt werden, blickt Brünz voraus.
Immer wieder von Erdrutschen betroffen
Generell, so Brünz, sei es sehr schwer, für die abgelegene Region, die immer wieder durch schwere Erdrutsche betroffen ist, gute Lehrer zu bekommen beziehungsweise zu halten. Eine attraktive, schulnahe Unterkunft könne hier eine gute Motivation sein. Deswegen hat der Verein in diesem Jahr den Bau eines Lehrerhauses mit vier Wohneinheiten unterstützt. Inzwischen sind diese Häuser fertig, berichtet Brünz.
Seit Ende November seien in Uganda Ferien, die Lehrer werden vermutlich Ende Januar/Anfang Februar einziehen. Bisher gibt es zu den Wohnungen aber keine Latrinen, weswegen die Lehrer und deren Familien die Schülertoiletten mitnutzen müssen.
Nun soll es für jede Wohnung eine eigene Latrine hinter dem Haus geben. Dazu muss ein entsprechend tiefes Loch gegraben werden, über das dann eine Betonplatte kommt, anschließend wird eine Kabine gemauert, mit einem Wellblechdach und Rohren für die Belüftung, erklärt Brünz die Konstruktion.
Die Kosten für die vier Toiletten-Häuschen liegen demnach bei knapp 3000 Euro. Aufgrund des abschüssigen Geländes und der Hangrutsche müssen die Gebäude in der Region stabil gebaut sein, betont Brünz.
Auf die Frage, woher ihr Interesse an Afrika kommt, verweist Brünz auf die Zeit, in der sie in Uganda zusammen mit einer Freundin als Krankenschwester in der Entwicklungshilfe gearbeitet hat. „Ich bin 1994 zurückgekommen, meine Freundin 1995. Daraufhin haben wir den Verein gegründet, um aus der Ferne zumindest weiterhin ein bisschen zu helfen“, erzählt sie.
Zahlreiche Projekte
Mit den Mitgliedern ist über die Jahre auch die Zahl der Länder und Projekte gestiegen: Inzwischen werden jedes Jahr zahlreiche Projekte mit rund 300.000 Euro unterstützt, so Brünz. Neben Bauprojekten, wie denen bei der Schule in Bukalasi, unterstützt der Verein auch kleinere Projekte, mit denen man unkompliziert viel erreichen kann, wie Brünz erklärt.
Gleich um mehrere solcher kleineren Projekte geht es in der aktuellen Vereins-Zeitung, die auf der Homepage des Vereins – www.tukolere-wamu.de – abrufbar ist. Dabei geht es beispielsweise um Stoffbinden für Mädchen in Uganda. Dort würde es in vielen Schulen an grundlegender Aufklärung über Pubertät, Menstruation und den eigenen Körper fehlen. Zudem seien Monatshygieneprodukte wie Binden für viele Familien unerschwinglich.
Zum einen würden Mädchen deswegen zu Lösungen greifen, die gesundheitliche Risiken bergen, zum anderen bleiben sie aus Angst vor peinlichen Flecken dann oft mehrere Tage dem Unterricht fern – und verpassen wertvolle Bildungszeit. Workshops an Schulen sollen hier helfen. Neben dem entsprechenden Wissen um den Zyklus geht es hier auch um die Herstellung von wiederverwendbaren Stoffbinden.
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