76 Bulangira Sekundarschule

p76_bulangira_secondary_school_005siehe auch Projekt Nr. 76a, 76b, 76c, 76d, 76e, 76f, 76g, 76f, 76h, 76i,

2001-2007

Bereits seit 2001 ist Tukolere Wamu in Kontakt mit der Kakutu Grundschule im Pallisa District im Osten Ugandas. Damals hatte ein starker Sturm das Dach eines Schulgebäudes weggefegt und viele Reparaturen waren notwendig. Tukolere Wamu e.V. hat dank einiger Spender, v.a. der Maria-Sybilla-Merian-Schule in Dusslingen, nach und nach diese Schule unterstützt, zuletzt mit dem Bau von Latrinen.

Doch die Perspektive für die Schulabgänger nach der 7. Klasse war stets schlecht. Im ganzen Bulangira Verwaltungsbezirk (Subcounty) mit einer Einwohnerzahl von 50.000 Menschen und vier Grundschulen mit je ca. 1000 Schülern, gab es seither keine einzige weiterführende Schule. Das bedeutete für Schüler die die weiterführende Schule ab der 8. Klasse besuchen wollten, eine Gehstrecke von mind. 12 km. Schon bei guter Witterung ist dies den Jugendlichen kaum zumutbar, aber in den Regenzeiten mit Gewittern, Regengüssen und schlechten Wegverhältnissen ist es ebenso unmöglich wie in der Hitze der Trockenzeit.
Um diesem Problem entgegenzuwirken haben sich vor gut vier Jahren Eltern zusammengeschlossen um eine eigene Oberschule zu gründen. Dabei bekamen sie Unterstützung von den lokalen Behörden und vor allem von der Kakutu Grundschule. Diese stellte für den Anfang Unterrichtsräume zur Verfügung. Die Eltern schafften es trotz ihrer Armut den Bau eines für die Oberschule zu beginnen, dieses wurde allerdings nie fertiggestellt, so dass bis heute der Unterricht in den ohnehin knappen Räumen der Grundschule stattfindet.
Lehrkräfte konnten aus ländlichen Regionen gefunden werden, die für kein bzw. fast kein Geld den Unterricht durchführten.
Ende 2007 konnten die ersten Absolventen der 4. Oberschulklasse (entspricht unserem Realschulabschluss) ihren Abschluss machen.
Durch ein neues Programm der Regierung, um möglichst vielen Kindern in Wohnortnähe eine Realschulausbildung zukommen zu lassen, bekommt nun auch die Bulangira Oberschule Unterstützung für die laufenden Kosten. Das heißt, dass nun auch Lehrer bezahlt werden können und somit auch eine bessere Motivation zu erwarten ist.

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Februar 2009

Februar 2009

Bei unserem Besuch im Feburar 2009 hat der Bau einige Fortschritte gemacht. Der Fußboden des Schulgebäudes ist fertig. Die Tafel ist ebenfalls an Ort und Stelle, auch einige Bänke für die Schüler.
Besonders freut uns, dass die Latrine bald fertig sein wird.

Dezember 2009

Dezember 2009

Mit großen Schritten entwickelt sich die Eigeninitiative der Eltern armer Kinder zu einer guten Oberschule. Der Bau mit 3 Klassenzimmern ist bezogen, wenn auch noch Farbe und Anderes fehlt.
Schulbänke wurden für 90 Schüler angeschafft, doch weitere 40 fehlen.
Ein weiteres großes Anliegen ist ein Lehrerzimmer. In einer baufälligen Hütte treffen sich Lehrer und Rektor der Schule, es regnet herein, man kann dort nichts aufbewahren, kaum Unterricht vorbereiten und schon gar keine Besucher empfangen. Das soll sich nun ändern: Ein Lehrerzimmer soll gebaut werden!

Kosten: 4.582,- Euro.

März 2010

März 2010

Der Bau der Bulangira Schule ist fertig und in Betrieb.

2013

 

Projektbesuch Bulangira Sekundarschule im Januar 2013

Leider ist der sehr engagierte Schulleiter, Mr. Epissu nach kurzer Krankheit überraschend im Dezember 2012 verstorben. Bei unserem Besuch war sein Fehlen allgegenwärtig. Die Vorbereitung der Schule für den nahenden Schulbeginn zeigte Hürden auf, so war z.B. der Schlüsselbund für die Klassenzimmer noch bei der Witwe. Herr Epissu hinterlässt eine Frau und acht Kinder. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Durch die baulichen Erweiterungen wurde die Schule in die USE (Universal Secondary Education) aufgenommen. Pro Schüler erhält die Schule vom Staat einen kleinen Zuschuss. Ein Teil davon soll für die Gehälter der Lehrer verwendet werden (ca. 100000 UGX/Monat pro Lehrer, ca. 30 Euro). Diese waren anfangs ehrenamtlich tätig. Die Lehrerschaft besteht vorwiegend aus Männern, Frauen können es sich nicht leisten, ehrenamtlich tätig zu sein. Die Hoffnung der Lehrer ist, durch die ehrenamtliche Tätigkeit eine bessere Chance zu haben, vom Staat übernommen zu werden.

Probleme

Die Schule verfügt über zu wenige Toiletten.

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Symbolische Scheckübergabe beim Besuch im August 2008.

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Schüler, Lehrer und Mitglieder des Schul-Management-Komitees. Dieses Komitee ist aktiv in die Planung und Umsetzung des Schulprojektes involviert.

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Die Latrine wird von Hand gegraben. Der Schutt wird mit einem aufgeschnittenen Kanister und Seil nach oben transportiert.

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November 2017

Die Bulangira Sekundarschule hat sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt.

Standen im Jahr 2001 nur die von Eltern geschaffene Grundmauern für drei Klassenzimmer, verbunden mit dem Traum eine eigene Sekundarschule zu haben, hat sich seither eine der besten Schulen der Region entwickelt.

Dank der Unterstützung von Tukolere Wamu, bzw. der Spender, Merian Gemeinschaftsschule Dusslingen, der Initiative „Förg-Now-Dürr“ aus Augsburg, der Realschule Heitersheim u. a. konnten in den letzten Jahren viele Entwicklungen der Schule umgesetzt werden. Als neuestes Projekt die Lehrerunterkünfte mit Küche.

Im letzten Schuljahr stieg die Schülerzahl von 423 auf 501 Schülerinnen und Schüler. Der Anteil der Mädchen beträgt mit 227 etwas weniger als der der Jungs (274). In der Abschlussklasse sind 99 Schüler und Schülerinnen.

Eine der ganz großen Errungenschaften ist die Fertigstellung der Halle. Nun hat die Schule die Zulassung um auch Prüfungen durchführen zu dürfen. Voraussetzung dafür war die Halle in der jeder Schüler einzeln sitzen kann.

Natürlich gibt es immer noch weitere Pläne und Träume: Ausbildung am PC ist Vorschrift der Regierung in den Klassen S. 1 und S. 2 Wenige Laptops konnten wir bereits zur Verfügung stellen, viele fehlen noch.

Irgendwann soll an dieser Schule die Möglichkeit bestehen Unterkünfte für die Schüler anzubieten und vielleicht sogar die Voraussetzung für die oberen Klassen, S. 5 und S. 6, die dann zum Abitur führen.

Wir danken allen, die es möglich gemacht haben, dass die Schule nun für über 500 Schüler eine Chance bietet eine Zukunft zu haben.