85 Grüner Gürtel Ostuganda

Uganda wurde immer die „Perle Afrikas“ genannt. Leider gibt es Urwälder inzwischen nur noch in den Nationalparks. Die verbliebenen Wälder außerhalb der Parks werden gerodet, meist um der Industrie Platz zu machen. Angebaut wird Zuckerrohr oder Ölpalmen. Die Bäume an den Bergen müssen dem Anbau von Lebensmitteln weichen.

Immer mehr Menschen haben den Wunsch ihre traditionellen Lehmhäuser zu verlassen und Häuser mit Ziegelsteinen zu bauen, die mit Wellblech gedeckt werden können. Die Häuser länger halten, bieten besseren Schutz und am Dach kann eine Dachrinne befestigt werden. In der Regenzeit schafft dies einen enormen Zeitvorteil, wenn wenigstens das Waschwasser nicht vom Brunnen geholt werden muss.
Der Nachteil liegt in der Herstellung der Ziegelsteine. Diese werden aus lokal verfügbarem Lehm hergestellt und von den Dorfbewohnern gebrannt. Um das Haus finanzieren zu können, werden mehr Ziegeln gebrannt und verkauft.
Hierfür werden die eigenen vorhandenen Bäumen gefällt. Viele Menschen leben in gemauerten Ziegelhäusern ohne Baum auf dem Gelände.

Noch in der letzten Generation musste kaum jemand einen Baum gepflanzt, die Bäume wuchsen von selbst. Das hat sich geändert. Bevölkerungsdichte und Nutztiere lassen kaum einen Baum heranwachsen. Bäume müssen aktiv gepflanzt, mit einem kleinen Zaun geschützt und gepflegt werden. Haben sie die ersten Monate überstanden, wachsen sie recht schnell zu stattlichen Bäumen heran.

2008 Aufbau von zwei Baumschulen

2008 Aufbau von zwei Baumschulen

Samen einheimischer Bäumen, z. B. Musisi, Muwule, Mahagoni, sowie Obstbäume, wie z. B. Mango, Orange, Avocado werden gesammelt und aufgekauft. Kleine Bäumchen werden herangezogen und an Mitglieder ausgegeben, um auf deren Land gepflanzt zu werden. Zusätzlich stellen die Mitglieder des Projektes Land zur Verfügung, wo ein Wald entstehen soll.

Eine Baumschule wird in Namunsi, Mbale Distrikt (Ostuganda), die andere in Bulangira, Palissa Distrikt (ebenfalls Ostuganda) aufgebaut.

Ziel: 25.000 Baumsetzlinge sollen gezogen werden.

Oktober 2011

Oktober 2011

Das Projekt begann anfangs zögerlich, das Wissen um die Wichtigkeit von Bäumen musste erst noch geschaffen werden. Die Dorfgesundheitshelfer mit ihren Theatergruppen nahmen das Thema Umweltschutz ins Programm. An Schulen wurde nicht nur aufgeklärt, sondern es wurden auch tausende Bäume gepflanzt.
Die Wetterkapriolen sorgten dafür, dass Ernten ausblieben (2011) und Überschwemmungen zu Erdrutschen und Schlammlawinen führten (2007, 2010 und nach der Trockenheit 2011). Die Menschen sind inzwischen sensibilisiert.

2011 hat die SALEM Baumschule sehr viel zu tun. Drei Baumschulen wurden inmitten der ländlichen Region errichtet. Sie wurden von Tukolere Wamu mit Schubkarren, Werkzeug und zum Teil mit Samen ausgestattet. Eine der Baumschulen produzierte bereits 60.000 Setzlinge.
Die Mitarbeiter vom SALEM Projekt und die Projektpartner von Tukolere Wamu pflanzten unzählige Bäume auf ihren Grundstücken. Seit 2011 müssen alle Projektpartner von Tukolere Wamu in ihrem Projekt Bäume pflanzen. Die von Tukolere Wamu unterstützten Waisenkinder pflanzen bei ihren Verwandten die Setzlinge ein. Aus den Setzlingen der Gäste im SALEM Gästehaus ist inzwischen ein kleiner Wald entstanden. Doch nicht nur das Pflanzen der Bäume ist wichtig, sondern auch die Pflege.

Das neue Ziel heißt: Pflanzen und Pflegen von 100.000 Bäumen

Zwischen dert SALEM Baumschule und der Kolonyi und Biraha Grundschule wurde eine Kooperation etabliert. Die Schüler setzen an den freien Nachmittagen oder in den Ferien die Setzlinge ein. Dafür erhalten sie je nach Bedarf Schulgebühren bzw. -materialien, Geld oder eigene Baumsetzlinge.
Die drei bereits existierenden Dorfbaumschulen sollen weiter ausgebaut werden. Hauptsächlich werden Obstbäume und Bäume für Bau- und Brennholz gezogen.

Um dieses Ziel zu erreichen werden noch viele Pflanzmaterialien benötigt. Um das bereits sehr erfolgreiche Projekt noch weiter voranzubringen wurde Tukolere Wamu um weitere 3500,– Euro angefragt.

Pflanzfolie kostet pro Kilo ca. 4,–Euro, eine Schubkarre ca. 40,–Euro, eine Hacke ca. 4,–Euro, eine Gieskanne ca. 4,–Euro, eine Beschattung ca. 200,–Euro.

Jegliche Unterstützung ist herzlich willkommen.

Unterricht über den Nutzen von Bäumen

Die Arbeit nimmt Formen an. Unterricht über den Nutzen von Bäumen ist der Beginn.

2012

2012

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Mai 2013

Baumschule Salem Uganda

Die Salem Baumschule floriert.